Trump hält Machtwechsel im Iran für „bestmögliche Lösung“
US-Präsident Donald Trump legt im Streit mit dem Iran über dessen Atom- und Raketenprogramm noch einmal nach. Trump machte offen deutlich, dass er einen Machtwechsel in Teheran favorisiert. Auf eine entsprechende Frage eines Reporters beim Besuch des US-Militärstützpunktes Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina sagte er: „Das scheint das Beste zu sein, was passieren könnte.“ Wer auf den Obersten Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, folgen könnte, sagte er nicht. Trump meinte lediglich: „Es gibt Leute.“
„Manchmal muss man Furcht erzeugen“
Der US-Präsident erklärte weiter, es sei schwierig, eine Einigung mit dem Iran zu erzielen. „Manchmal muss man Furcht erzeugen.“ Trump fügte hinzu, Furcht sei das Einzige, was die Situation kläre.
Die Führung in Teheran solle „uns den Deal geben, den sie uns schon beim ersten Mal hätte geben sollen“, so der Präsident. Washington und Teheran hatten bereits im vergangenen Jahr über Irans Atomprogramm verhandelt, die Gespräche gerieten aber ins Stocken. Kurz vor einer geplanten weiteren Verhandlungsrunde griff Israel am 13. Juni 2025 Ziele im Iran an. Gut eine Woche später schlossen sich die US-Streitkräfte an und bombardierten iranische Atomanlagen.
Wenn „sie uns den richtigen Deal geben, werden wir das nicht tun“, fügte der US-Präsident im Hinblick auf mögliche Angriffe auf den Iran hinzu.
Gespräche mit dem Iran am Dienstag in Genf
Nach Informationen des Nachrichtenportals „Axios“ soll es am Dienstag in Genf eine neue Verhandlungsrunde über Irans Atomprogramm geben. Eine US-Delegation mit Steve Witkoff und Jared Kushner werde in der Schweiz mit Vertretern Teherans sprechen, hieß es. Dabei seien auch Gesandte aus dem Oman als Vermittler anwesend. Am Nachmittag nähmen Wikoff und Kushner dann an trilateralen Verhandlungen mit Delegationen aus der Ukraine und Russland teil.
Unterdessen bereiten sich die US-Streitkräfte nach Angaben von zwei Regierungsvertretern, die anonym bleiben wollten, für den Fall eines Angriffsbefehls von Trump auf einen längeren Einsatz gegen den Iran vor. Die amerikanische Regierung in Washington hatte am Freitag die Entsendung eines weiteren Flugzeugträgers, die „USS Gerald R. Ford“, in den Nahen Osten angekündigt, zusammen mit Tausenden weiteren Soldaten, Kampfflugzeugen und Zerstörern.

Die „USS Gerald R. Ford“ wird von einem Atomreaktor angetrieben und kann bis zu 90 Militärflugzeuge und Hubschrauber aufnehmen, darunter Kampfflugzeuge vom Typ F-18 Super Hornet.
Ende Januar war bereits der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ mit diversen Begleitschiffen in die Golfregion verlegt worden, um nach der Niederschlagung der Massenproteste den Druck auf Teheran zu erhöhen.

Auch Irans staatliche und sicherheitsrelevante Einrichtungen im Visier der USA
Die derzeitigen Planungen sind laut den beiden Regierungsbeamten komplexer als bei früheren Einsätzen. Bei einer längeren Militäroperation könnten nun auch staatliche und sicherheitsrelevante Einrichtungen im Iran getroffen werden, nicht nur die nukleare Infrastruktur, sagte einer der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA rechneten fest mit einer Vergeltung durch den Iran, was zu gegenseitigen Schlägen über einen längeren Zeitraum führen könne.
Die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses in Washington, Anna Kelly, sagte auf die Frage nach den Vorbereitungen für einen längeren US-Militäreinsatz: „Präsident Trump hat alle Optionen in Bezug auf den Iran auf dem Tisch.“ Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab.
se/haz (rtr, dpa, ap, afp)