1. März 2026

Trump verkündet „großen Kampfeinsatz“ gegen den Iran

Von Admins

Der Iran feuerte als Reaktion auf die Angriffe Raketen in Richtung Israel ab. Die iranischen Revolutionsgarden sprachen von einer „Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners“, wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA hervorging. Auch das israelische Militär meldete Raketenangriffe.

Explosion im Meer nach iranischem Raketenangriff auf Israel
Explosion im Meer nach iranischem Raketenangriff auf IsraelBild: Rami Shlush/REUTERS

Die Revolutionsgarden nahmen einer Meldung der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars zufolge auch mehrere US-Militärstützpunkte und andere Ziele am Persischen Golf unter Beschuss. Die Ziele liegen Fars zufolge in Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Saudi-Arabien und Bahrain.

Starker Rauch über Manama, der Hauptstadt von Bahrain, nach einem iranischen Angriff
Starker Rauch über Manama, der Hauptstadt von Bahrain, nach einem iranischen AngriffBild: Stringer/REUTERS

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte alle beteiligten Stützpunkte zu „legitimen Zielen“. Dies betreffe die Standorte, von denen aus „die zionistischen und US-Operationen“ erfolgt seien, sowie die „Standorte aller Aktionen gegen die Verteidigungsoperationen des Irans“, sagte er im Staatsfernsehen.

„Bedrohung durch iranisches Regime eliminieren“

Die US-Streitkräfte hatten am Morgen mit ihren Angriffen auf den Iran begonnen. „Unser Ziel ‌ist ⁠es, ⁠das amerikanische Volk dadurch zu schützen, dass die unmittelbare ​Bedrohung durch das iranische Regime eliminiert ​wird“, sagte US-Präsident Donald Trump in ​einem ‌auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Video. Es sei ein „großer Kampfeinsatz“ begonnen worden. Der Iran entwickle ‌Langstreckenraketen, welche die USA ‌und ​andere Länder bedrohten. „Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Boden gleichmachen.“ Die USA stellten zudem sicher, dass der Iran ⁠keine ​Atombombe erhalte.

Einem Bericht des US-Senders CNN zufolge konzentrieren ​sich die ‌US-Angriffe auf militärische Ziele im Iran. Laut dem israelischen Rundfunk attackiert die Armee Ziele von „Regime und Militär“.

Trump stellte klar, dass er mit toten US-Soldaten rechne. „Mutige amerikanische Helden“ könnten bei dem Einsatz ihr Leben verlieren. Zugleich forderte er die Revolutionsgarden im Iran auf, sich zu ergeben und bot ihnen für diesen Fall Immunität an. Die andere Option sei „der sichere Tod“.

Die Bevölkerung des Irans rief Trump nach Beginn der Luftangriffe auf, die Macht in Teheran zu übernehmen. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, sagte er. „Ihr werdet sie übernehmen können. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance in Generationen sein.“

USA: Handelsschiffe sollten Golfregion meiden

Zugleich riefen die USA Handelsschiffe dazu auf, die Golfregion zu meiden. In der Straße von Hormus, im Persischen Golf, im Golf von Oman und im Arabischen Meer komme es zu „bedeutender militärischer Aktivität“, erklärte die für die Schifffahrt zuständige Behörde beim US-Verkehrsministerium.

US-Präsident Donald Trump spricht in einer Videobotschaft
US-Präsident Trump richtet sich in einer Videoansprache an die Menschen im IranBild: Anadolu Agency/IMAGO

SMS-Aufruf: Einwohner sollen Teheran verlassen

In der iranischen Hauptstadt Teheran gab es Explosionen in der Stadtmitte. Augenzeugen berichteten, unter den Anwohnern sei Panik ausgebrochen. An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Am Samstagnachmittag riefen die iranischen Behörden die Einwohner von Teheran via SMS über die Mobiltelefone dazu auf, die Stadt zu verlassen.

Staatlichen Medien zufolge kam es auch zu Explosionen in anderen Städten. Bei einem Raketenangriff im Süden des Landes wurden nach jüngsten Angaben 85 Schülerinnen getötet. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichteten Staatsmedien. Zahlreiche weitere Schülerinnen seien verletzt worden.

Ausnahmezustand in Israel

Vor der Äußerung Trumps hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz bekannt gegeben, sein Land habe einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen zu beseitigen. Katz teilte mit, er habe einen sofortigen Ausnahmezustand im gesamten Land ausgerufen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, es sei an der Zeit, dass die Iraner das „Joch der Tyrannei“ abschüttelten. Dem „mörderischen terroristischen Regime“ des Irans dürfe auf keinen Fall erlaubt werden, Atomwaffen zu besitzen, „mit denen es die gesamte Menschheit bedrohen könnte“, sagte er in einer Videobotschaft. „Gemeinsam werden wir standhaft bleiben, gemeinsam werden wir kämpfen und gemeinsam werden wir die Ewigkeit Israels sichern“, fügte Netanjahu hinzu.

Israel Tel Aviv 2026 | Menschen suchen nach Sirenenalarm Schutz in einem Parkhaus
Einwohner von Tel Aviv suchen nach Sirenenalarm Schutz in einem ParkhausBild: Ilia Yefimovich/AFP

In ganz Israel heulten die Sirenen. Es wurde Luftalarm ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen Gegenschlag des ⁠Irans ​zu warnen, wie das israelische Militär mitteilte. Der Luftraum wurde ​für den zivilen Luftverkehr geschlossen. Er werde wieder freigegeben, „sobald es die Sicherheitslage erlaubt“, teilte die Flughafenbehörde mit.

Peseschkian droht mit einem „umfassenden Krieg“

Die iranische Staatsführung hatte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Atomabkommen wie auch zu einer militärischen Eskalation betont. Präsident Massud Peseschkian drohte mit einem „umfassenden Krieg“, sollte etwa Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei attackiert werden. Einem Regierungsvertreter zufolge wurde Chamenei zuvor an einen sicheren Ort gebracht.

Chamenei hatte die USA Anfang Februar gewarnt: „Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein.“ Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen, sagte der Religionsführer, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran hat.

„Alle wichtigen Politiker im Iran am Leben“

Die Führung im Iran bestätigte derweil, dass alle hochrangigen Vertreter des Landes lebten. Außenministers Araghtschi sagte an diesem Samstag in einem Interview des US-Senders NBC weiter, auch das geistliche Oberhaupt des Irans, Ayatollah Chamenei, sei – „so weit ich weiß“ – am Leben. Ein israelischer Militärvertreter hatte zuvor erklärt, mehrere hochrangige Iraner seien bei den Angriffen getötet worden.

Atomverhandlungen ohne Fortschritte

Israel hatte bereits im vergangenen Jahr mit Unterstützung der USA Krieg gegen den Iran geführt. Der neue Angriff erfolgt nur zwei Tage nach einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik. Einen Durchbruch hatte es bei den Gesprächen in Genf nicht gegeben.

US-Präsident Trump hatte der iranischen Führung in den vergangenen Wochen wiederholt mit militärischen Angriffen gedroht – auch vor dem Hintergrund des brutalen Vorgehens des iranischen Sicherheitsapparats gegen die Proteste zu Jahresbeginn. Trump stellte dem Iran kürzlich ein Ultimatum bis Anfang März.

Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung signalisierte zuletzt eine gewisse Bereitschaft, das Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen.