10. Januar 2026

News kompakt: Europäer verurteilen massive Gewalt im Iran

Von Admins

Angesichts der jüngsten Massenproteste im Iran haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien einen eindringlichen Appell an die Staatsführung in Teheran gerichtet. Man fordere die iranischen Behörden nachdrücklich dazu auf, von Gewalt abzusehen und die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger zu wahren, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der drei europäischen Staaten. Die Tötung von Demonstranten wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer „auf das Schärfste“ verurteilt. Der Iran müsse Meinungsfreiheit und friedliche Versammlungen zulassen, ohne dass Angst vor Repressalien herrsche.

Die anhaltende Protestwelle in der Islamischen Republik hatte sich Ende Dezember vor allem an rapide steigenden Lebenshaltungskosten entzündet. Die Demonstranten fordern den Sturz des Mullah-Regimes in Teheran. Als Gegenreaktion schaltete die schiitische Staatsführung zuletzt Internet und Telefonnetze im Land ab.

Trump beharrt auf Übernahme Grönlands durch die USA

US-Präsident Donald Trump hat seinen Gebietsanspruch auf Grönland mit einer Bedrohung durch Russland und China gerechtfertigt. „Wir werden in Sachen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht“, sagte Trump wörtlich. Die Vereinigten Staaten würden es nicht zulassen, dass Russland oder China die riesige Arktisinsel besetzten. Die USA müssten Grönland verteidigen, so Trump. Er würde gerne einen Deal machen, „aber wenn wir es nicht auf die einfache Art und Weise tun, werden wir es auf die harte Art und Weise tun“.

Der US-Präsident hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er das offiziell zum NATO-Partner Dänemark gehörende Territorium unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Dabei verwies er auf dessen strategische Bedeutung und eine zuletzt starke Präsenz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region. Grönland ist sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

NGOs kritisieren EU-Einigung zum Mercosur-Abkommen

Die Einigung der EU-Staaten über das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ist bei Nichtregierungsorganisationen auf Ablehnung gestoßen. Das Hilfswerk Brot für die Welt erklärte, die Vereinbarung mit den Mitgliedstaaten des Wirtschaftsverbands Mercosur sei ein Rückschritt für die Menschenrechte, den Klimaschutz und die südamerikanische Wirtschaft. Von der Umweltorganisation Greenpeace hieß es aus Brasilien, das Abkommen gefährde die Bemühungen zur Bewältigung der Klimakrise.

Flaggen der Mercosur-Mitgliedsstaaten
Im Kern sieht das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten den Wegfall der meisten Zölle vorBild: Santiago Mazzarovich/dpa/picture alliance

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan nannte das Dokument hingegen ein starkes Signal für die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit. Kanzler Friedrich Merz sprach von einem „Meilenstein in der europäischen Handelspolitik“. Die deutsche Industrie erwartet „konkrete Vorteile“. In der kommenden Woche soll das Abkommen von Vertretern der EU und der Mercosur-Staaten in Paraguay unterzeichnet werden.

Reichste Menschen haben ihr CO2-Budget schon aufgebraucht

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat laut einer Studie der Umweltorganisation Oxfam bereits an diesem Samstag seinen fairen Anteil am Treibhaus-Budget für das gesamte Jahr 2026 verbraucht. Die Organisation errechnet jedes Jahr den sogenannten „Pollutocrat Day“. Das ist der Tag, an dem das reichste Prozent die Menge an CO2 aufgebraucht hat, die pro Kopf jährlich emittiert werden darf, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dass dieser Punkt schon am 10. Januar erreicht sei, mache deutlich, wie unverhältnismäßig die Reichen und Superreichen für die Klimakrise verantwortlich seien, teilte Oxfam mit.

Jachten im Hafen von Monaco
Der Kleinstaat Monaco am Mittelmeer zieht besonders viele Reiche anBild: Jean François Ottonello/MAXPPP/IMAGO

Allein durch Jachten und Privatjets erzeuge ein superreicher Europäer in rund einer Woche so viel Treibhausgas wie ein Mensch aus dem ärmsten Prozent der Weltbevölkerung in seinem gesamten Leben, rechnete die Umweltorganisation vor. Neben den Emissionen, die Superreiche durch ihren Lebensstil verursachten, trügen sie auch für die Emissionen derjenigen Industrien Verantwortung, in die sie ihren Reichtum investierten.

U-Haft für Barbetreiber nach Inferno in Crans-Montana

Anderthalb Wochen nach der Brandkatastrophe in einer Schweizer Bar ist Untersuchungshaft für den Inhaber des Lokals beantragt worden. Es bestehe Fluchtgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis mit. Auch gegen die Ehefrau des Mannes, die die Bar mit ihm zusammen betrieb, laufen Ermittlungen. Sie bleibt aber vorerst auf freiem Fuß. Bei dem Feuer in der Silvesternacht waren 40 meist junge Menschen ums Leben gekommen, fast 120 wurden zum Teil schwer verletzt. Den Ermittlern zufolge hatte eine funkensprühende Partyfontäne die Schaumstoffverkleidung der Decke in der Bar „Le Constellation“ in Brand gesetzt.

Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana
Ein Zelt schützt niedergelegte Blumen und Kerzen für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-MontanaBild: Philipp von Ditfurth/dpa/picture alliance

Am Freitag gab es in der Schweiz einen offiziellen Trauertag für die Opfer. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin sagte bei einer Gedenkveranstaltung, die Träume vieler junger Menschen seien vorzeitig zunichtegemacht worden. Zugleich forderte das Staatsoberhaupt eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien „ohne Verzögerung und ohne Nachsicht“ aufzudecken.

Deutsche Studie belegt Auswanderungswillen vieler Menschen

Etwa jeder Fünfte in Deutschland kann es sich vorstellen, die Bundesrepublik zu verlassen. Das zeigt eine repräsentative Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Insgesamt gaben 21 Prozent der Befragten an, sie erwögen eine Auswanderung. Bei Deutschen ohne Migrationsgeschichte waren es 17 Prozent. Bei Menschen, die selbst eingewandert sind, waren es mit 34 Prozent sogar doppelt so viele. Grund ist demnach am häufigsten die Hoffnung auf ein besseres Leben. Personen mit Migrationsgeschichte nannten oft auch Erfahrungen mit Diskriminierung.

Piktogramm Notausgang mit deutscher Flagge (Symbolbild)
Auch viele Akademiker möchten ihr Glück im Ausland suchenBild: imago/imagebroker/IMAGO

Konkret sind die Auswanderungspläne allerdings nur bei zwei Prozent der Befragten. Sie planen, binnen eines Jahres aus Deutschland wegzuziehen. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts verließen 2024 tatsächlich 1,2 Millionen Menschen das Land.