9. März 2026

Öldepot in Teheran brennt – Iran greift wieder an

Von Admins

Israels Luftwaffe hat ein weiteres Mal Ziele im Iran unter Beschuss genommen. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur in mehreren Landesteilen gestartet, teilte die Armee im Onlinedienst Telegram mit.

In der Nacht zum Sonntag war erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert worden. In sozialen Medien kursieren Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigen.

Tote nach US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen

Ein Sprecher der israelischen Armee erklärte, die iranischen Streitkräfte nutzten das Depot für ihre militärische Infrastruktur. Irans Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Vejskarami, sagte im Staatsfernsehen, Israel und die USA hätten bei Angriffen insgesamt vier Öllager und eine „Einrichtung zum Transport von Erdölerzeugnissen“ getroffen. Vier Menschen seien getötet worden. Die Flammen seien unter Kontrolle gebracht worden, die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt.

Iran Teheran 2026 | Flammen und Rauch über dem Öldepot Shahran nach einem Angriff
Das Shahran-Öldepot im Norden von Teheran Bild: Social Media via REUTERS

Die Behörden warnten wegen der dichten Rauchschwaden vor gesundheitlichen Schäden durch Schwefel- und Stickoxide in der Atmosphäre. Die Anwohner in Teheran sind aufgerufen, möglichst nicht ins Freie zu gehen. Zudem wurde nach Angaben der Behörden die Ausgabe von Benzin in der Hauptstadt gestoppt.

Deutschland bringt Botschaftspersonal in Sicherheit

Angesichts der anhaltenden Angriffe auf Ziele im Iran ließ die Bundesregierung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend in Sicherheit bringen. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Beschäftigten seien aufgrund der Bedrohungslage temporär an einen nicht genannten Ort verlegt worden.

Iran | Deutsche Botschaft in Teheran
Das Personal der deutschen Botschaft in Teheran wurde vorsorglich an einen anderen Ort gebracht (Archivbild) Bild: Fatemeh Bahrami/AA/picture alliance

Die Arbeit der Botschaft war bereits Mitte Januar vorsorglich reduziert worden. Die konsularische Unterstützung für deutsche Staatsbürger im Iran war seitdem stark eingeschränkt und die Visastelle geschlossen. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber gewährleistet, hieß es jetzt aus Berlin weiter.

Die israelischen Streitkräfte starteten nach eigenen Angaben in der vergangenen Nacht auch eine weitere Angriffswelle auf Libanons Hauptstadt Beirut. Man habe auf die südlichen Vororte gezielt, die eine Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz seien. Die Hisbollah wird von vielen westlichen und einigen anderen Staaten als Terrororganisation gelistet.

Israels Armee: Al-Kuds-Kommandeure in Beirut angegriffen

Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, es habe zudem einen „präzisen Angriff“ in Beirut gegeben, der sich gegen „wichtige Kommandeure“ der Al-Kuds-Brigaden – dem Arm der iranischen Revolutionsgarden im Ausland – gerichtet habe. Nach libanesischen Angaben griff Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels im Zentrum von Beirut an.

Libanon Beirut 2026 | Ersthelfer und Gäste in der Lobby des angegriffenen Luxushotels "Ramada Plaza"
Ersthelfer in der Lobby des angegriffenen Luxushotels „Ramada Plaza“ in Beirut Bild: Ibrahim Amro/AFP

Laut vorläufigen Informationen des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Angriff auf das Hotel mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge ist eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.

Insgesamt wurden im Libanon nach Angaben der dortigen Regierung bei neuen israelischen Luftangriffen 15 Menschen getötet.

Luftalarm in Israel

Der Iran wiederum setzte seine Angriffe auf Israel fort. Der israelischen Armee zufolge reagierte die Luftabwehr im Land am Sonntagmorgen auf mindestens vier Angriffswellen binnen fünf Stunden. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Großstädten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.

Zudem griff der Iran wieder arabische Staaten in der Golfregion an, in denen es US-Militärstützpunkte gibt.

Treibstofflager an Kuwaits Flughafen getroffen

Die Luftabwehr in Kuwait fing drei ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die Armee im Kurznachrichtendienst X mitteilte. Kurz zuvor hatte es laut dem Verteidigungsministerium bereits Drohnenangriffe auf Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait gegeben. Das Ministerium sprach von einem „direkten Angriff auf lebenswichtige Infrastruktur“.

Der durch den Angriff ausgelöste Brand sei unter Kontrolle gebracht worden. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet. Die Armee erklärte, zivile Einrichtungen seien durch Trümmerteile infolge des Luftabwehreinsatzes beschädigt worden.

Die nationale Ölgesellschaft Kuwaits drosselte nach eigenen Angaben „vorsorglich“ ihre Fördermenge.

Kuwait Kuwait-Stadt 2026 | Ein gewaltiges Feuer in den oberen Stockwerken eines Hochhauses
Dieses Gebäude in Kuwait-Stadt wurde laut Armee von einer Drohne getroffen Bild: Social Media via REUTERS

Auch Saudi-Arabien, Katar und die VAE melden Angriffe

Das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht, im Osten der Hauptstadt Riad seien sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden. Die Behörden in Katar berichteten, sie seien aus dem Iran mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern angegriffen worden. Die Geschosse hätten jedoch größtenteils abgefangen werden können. Es habe keine Opfer gegeben.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gerieten nach Behördenangaben erneut unter Beschuss. Die Luftabwehr des Landes reagiere derzeit auf einen Angriff mit Raketen und Drohnen, hieß es an diesem Sonntag. In Dubai, der Hauptstadt der VAE, war am Samstag nach offiziellen Angaben ein Mann getötet worden, als Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschosses auf sein Auto stürzten.

„Iran trifft wahllos zivile Ziele – darunter eine Entsalzungsanlage“

In Bahrain reagierte das Innenministerium mit scharfen Worten auf jüngste Attacken. „Der iranische Angriff traf wahllos zivile Ziele“, erklärte das Ministerium im Onlinedienst X. So sei bei einem Drohnenangriff eine Anlage zur Wasser-Entsalzung beschädigt worden. Ähnlich wie andere Staaten am Persischen Golf ist das kleine Land Bahrain für seine Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen.

In der Hauptstadt Manama war zudem nach Angaben der Behörden infolge iranischer Angriffe ein Feuer ausgebrochen. Zuvor hatten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP dort mindestens fünf Explosionen gehört.

Der Iran gab an, man habe am Samstag den US-Luftwaffenstützpunkt Dschuffair in Bahrain angegriffen. Zuvor sei von dort aus eine Attacke auf eine Entsalzungsanlage im Iran gestartet worden.

Iran Teheran 2025 | Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei
Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei (Archivbild) Bild: Iranian Presidency/ZUMA/IMAGO

„Unterstützer der USA und Israels werden weiter angegriffen“

Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei bekräftigte, man werde weiterhin Nachbarländer angreifen, die nach Auffassung Teherans die USA und Israel unterstützten. Präsident Massud Peseschkian sagte an diesem Sonntag, sein Land werde „zu einer Reaktion“ gezwungen sein, wenn „die Feinde des Irans irgendein Land benutzen, um unser Land anzugreifen“.

Der Iran-Krieg hatte am Samstag vor einer Woche mit massiven Luftangriffen Israels und der USA auf Ziele in der Islamischen Republik begonnen. Der Iran wiederum greift seither Israel sowie Golfstaaten an.