Israels Regierungschef Netanjahu: „Der Iran wird dezimiert“
Am 28. Februar begannen Israel und die USA mit ihren Luftangriffen auf iranische Ziele – ein Ende des Kriegs ist noch nicht in Sicht. In einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz erklärte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zwar: „Wir gewinnen, und der Iran wird dezimiert.“ Zugleich wies er jedoch darauf hin, der Krieg sei noch nicht beendet. „Es gibt noch mehr zu tun und wir werden es tun“, so der Ministerpräsident. Netanjahu betonte, der Iran sei mittlerweile nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen.
„USA über Angriff auf ‚South Pars‘ nicht informiert“
Mit Blick auf den Angriff auf das iranische Gasfeld „South Pars“ vom Mittwoch erklärte Netanjahu, Israel habe allein gehandelt. US-Präsident Donald Trump habe Israel im Anschluss gebeten, „weitere Angriffe auszusetzen, und wir halten uns daran“, sagte der israelische Regierungschef.
US-Medienberichte hatten zuvor nahegelegt, dass Trump schon im Vorfeld über den Angriff informiert gewesen war. So hatte die Zeitung „Wall Street Journal“ gemeldet, die USA seien im Bilde gewesen und hätten keine Einwände gehabt.
„South Pars“ im Persischen Golf ist das größte bisher entdeckte Gasfeld der Welt. Es deckt gut 70 Prozent der Gasversorgung im Iran. Auch Katar beutet „South Pars“ aus.
Als Reaktion auf den Angriff auf „South Pars“ hatte der Iran die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen im Industriegebiet Ras Laffan in Katar attackiert.
Netanjahu: Für einen Umsturz ist auch eine „Bodenkomponente“ nötig
Der israelische Regierungschef griff zudem die in der Vergangenheit von ihm und Trump geäußerte Hoffnung auf einen Regimewechsel im Iran auf. „Es heißt oft, dass man keine Revolutionen aus der Luft machen kann“, sagte Netanjahu und fügte hinzu: „Das stimmt.“ Es müsse auch eine „Bodenkomponente“ geben. Was genau er damit meinte, erläuterte Netanjahu nicht.
Iran meldet Tod des Pressesprechers der Revolutionsgarden
Der Sprecher der mächtigen Revolutionsgarden im Iran, Ali Mohammed Naini, widersprach Netanjahu. Selbst unter Kriegsbedingungen werde die Raketenproduktion fortgesetzt, erklärte er laut der Nachrichtenagentur Fars.
Kurz darauf gaben die Revolutionsgarden den Tod ihres Sprechers bekannt. Die ihnen nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim meldete, Naini sei bei einem Angriff getötet worden, für den man Israel und die USA verantwortlich mache.

Zuvor hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle auf die Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ in Teheran gestartet. Im Gegenzug feuerte der Iran Raketen auf Israel ab. In Tel Aviv heulten die Luftschutzsirenen, während die israelische Luftabwehr zu hören war.
Iran: Feinde werden weltweit verfolgt
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, drohte politischen und militärischen Gegnern mit einer Verfolgung bis hin in den Urlaub und die Freizeit. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagte er, Verantwortliche, Kommandeure, Piloten und Soldaten stünden unter Beobachtung. Fortan würden für sie weltweit Ausflugsziele, Erholungsgebiete sowie touristische Zentren nicht mehr sicher sein.
Schekartschi begründete die neue Drohung mit der Tötung von iranischen Führungspersonen, Amtsträgern und Kommandeuren der Streitkräfte.
Kuwait muss Teile einer Ölraffinerie abschalten
Auch die Golfstaaten meldeten wieder Luftangriffe aus dem Iran. In Kuwait mussten Teile der Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi laut Staatsmedien abgeschaltet werden. Zuvor waren nach Drohnenattacken dort Brände ausgebrochen. Die Raffinerie war erst am Donnerstag getroffen worden. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch in der Golfregion.
Auch Staatsmedien in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten „Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran“.
Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien gab bekannt, die Streitkräfte hätten in weniger als zwei Stunden mehr als ein Dutzend Drohnen im Osten des Landes und eine weitere im Norden „abgefangen und zerstört“.
Bahrains Innenministerium teilte mit, Splitter einer „iranischen Aggression“ hätten in einer Lagerhalle ein Feuer ausgelöst.