23. Januar 2026

Grönland-Kehrtwende: Trump verzichtet auf Strafzölle

Von Admins

Im Grönland-Konflikt will US-Präsident Donald Trump seine Drohung mit Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder doch nicht wahr machen. Er habe mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte bei einem „sehr produktiven Treffen“ am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos einen „Rahmen für ein zukünftiges Abkommen“ zu Grönland und der gesamten Arktis vereinbart, teilte Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social mit. Was genau in dieser Vereinbarung stehen soll, blieb unklar.

„Diese Lösung wird, wenn sie zustande kommt, großartig sein für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle NATO-Nationen“, fügte der US-Präsident hinzu. Auf dieser Grundlage werde er die „Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen“, schrieb Trump weiter.

Mark Rutte und Donald Trump am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos
Trump am Mittwochabend im Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte im schweizerischen DavosBild: Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Trump zeigte sich zuletzt fest entschlossen, einen Verkauf Grönlands an die USA zu erzwingen. Das Königreich Dänemark, zu dem die riesige Arktisinsel gehört, stemmt sich dagegen. 

Der US-Präsident hatte bereits mehrfach betont, dass Grönland elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr „Golden Dome“ sei. Sein Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, der Sondergesandte Steve Witkoff und andere würden darüber weitere Verhandlungen führen, hieß es. Wobei es bei den Verhandlungen im Detail geht, ließ Trump offen.

Der Zollhammer

Erst am Samstag hatte Trump in einem beispiellosen Schritt Strafzölle gegen acht europäische Staaten angekündigt – alle von ihnen NATO-Länder, die Widerstand gegen Trumps Besitzansprüche auf Grönland geäußert hatten. Zunächst wollte er zusätzliche Zölle in Höhe von zehn Prozent verhängen, ab dem 1. Juni dann sogar 25 Prozent – auf alle Waren, die von Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Finnland in die USA exportiert werden. Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika bereits ein Zollsatz von 15 Prozent.

Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigte sich erleichtert über Trumps Kehrtwende. „Der Tag endet besser, als er begonnen hat“, sagte der Minister. Es sei positiv, wenn dies bedeute, dass man zu normaleren Kommunikationskanälen als Truth Social zurückkehren könne. Wichtig sei zudem, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen, versicherte Rasmussen.