Bundesliga: 1. FC Köln zwingt Bayern-Keeper Neuer zu Fehler
„Es ist eigentlich ein innerlicher Konflikt mit meiner Mentalität, dass wir mitten in der Saison schon einen Rekord bejubeln, weil das kein Titel ist“, sagte Trainer Vincent Kompany. Er habe seiner Mannschaft gratuliert, so der Belgier, aber: „Ab morgen startet die Rückrunde – und dann ist alles wieder auf Null.“
Mit dem 3:1-Sieg bei Aufsteiger 1. FC Köln stellte der FC Bayern die beste Bundesliga-Hinrunde aller Zeiten sicher: 47 Punkte und ein Torverhältnis von 66:13.
Die alte Bestmarke hielten ebenfalls die Münchener: In der Saison 2013/14 hatte sie unter dem spanischen Star-Trainer Pep Guardiola nach 17 Spielen schon einmal 47 Punkte gesammelt, aber im Vergleich mit der aktuellen Saison mit einem um 18 Treffer schlechteren Torverhältnis.
Patzer von Manuel Neuer
Immerhin gelang es den Kölnern, den Titelverteidiger und großen Favoriten ein bisschen zu ärgern. Durch einen Treffer von Linton Maina (41. Minute), bei dem Bayern-Torwart Manuel Neuer nicht gut aussah, ging der seit nunmehr acht Spielen sieglose Aufsteiger sogar in Führung.
Maina schloss nach einem Konter mit einem wuchtigen Schuss ab. Neuer stand eigentlich gut, bekam die Fäuste aber nicht schnell genug hoch und lenkte den Ball so nur leicht ab, der ins Tornetz einschlug und die Kölner Fans in Euphorie versetzte. Die währte jedoch nur kurz: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte glich Serge Gnabry (45.+5) aus.
Hatten die Kölner in der ersten Halbzeit noch einige Nadelstiche setzen können, dominierte in der zweiten Halbzeit der Favorit aus München und stellte durch Treffer von Min-Jae Kim (71.) und Lennart Karl (84.) den 15. Saisonsieg sicher und blieb auch im 17. Spiel ohne Niederlage.
„Der Rekord fühlt sich sehr gut an. Das war ein wichtiger Sieg bei einem schweren Gegner“, sagte Torschütze Gnabry. In der Tabelle haben die Bayern einen satten Vorsprung von elf Punkten auf Borussia Dortmund. Am Samstag tritt der Tabellenführer beim Dritten RB Leipzig zum Topspiel des 18. Spieltags an. Im Hinspiel hatten die Bayern mit einem klaren 6:0-Sieg gleich zum Bundesliga-Auftakt eine deutliche Botschaft an den Rest der Liga gesendet.
Leipzig und Hoffenheim auf Champions-League-Kurs
Die Leipziger zeigten sich mit einem 2:0-Erfolg gegen den SC Freiburg aber gut gerüstet für das nächste Duell mit den Münchenern. „Die Mannschaft hat heute ein sehr gutes, stabiles Spiel gemacht“, sagte Trainer Ole Werner: „Insofern gehen wir mit einem guten Gefühl in das nächste Spiel.“ Willi Orban (53.) und Romulo (56.) trafen für die Leipziger nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit.
Die TSG Hoffenheim unterstrich eindrucksvoll ihre Ambitionen auf einen Champions-League-Startplatz. Die Hoffenheimer fertigte Borussia Mönchengladbach mit 5:1 ab und verdrängte Bayer 04 Leverkusen vom fünften Tabellenrang. Das Spiel der Werkself beim Hamburger SV war wegen zu viel Tauwasser auf dem Stadiondach kurzfristig abgesagt worden.
Dem Kroaten Andrej Kramaric gelang dabei ein Dreierpack (22., Foulelfmeter/45.+1/45.+4). Tim Lemperle (24.) und U17-Weltmeister Max Moerstedt mit seinem ersten Bundesligator (77.) steuerten die beiden weiteren Tore bei. Für die überforderten Gladbacher traf Shuto Machino (69.).

„Ich habe tatsächlich davon geträumt, in diesem Spiel einen Hattrick zu machen“, sagte Matchwinner Kramaric. „Unser Ziel muss die Champions League sein. Wir haben so viel Potenzial in der Mannschaft.“
Der VfL Wolfsburg präsentierte sich sich nach dem 1:8-Debakel am vergangenen Wochenende beim FC Bayern einigermaßen erholt und besiegte den FC St. Pauli dank eines späten Treffers von Dzenan Pejcinovic (88.) mit 2:1. Den anderen Treffer für die Gastgeber erzielte Christian Eriksen per Handelfmeter nach Videobeweis (25.).
Es war der erste Treffer des Dänen für die „Wölfe“, für die er seit Saisonbeginn spielt. Sein Herzstillstand bei der EM 2021 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Eric Smith gelang für St. Pauli nur der zwischenzeitliche Ausgleich (40.). Die Hamburger rutschten durch die Niederlage auf den vorletzten Tabellenplatz.
Stuttgart hält Frankfurt auf Distanz
Am Dienstag hatte sich der VfB Stuttgart mit einem spektakulären 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt zwischenzeitlich auf Rang drei vorgeschoben. „Ich kann alleine gefühlt zehn Tore schießen. Ich hatte sehr viele Chancen, ein paar hundertprozentige“, sagte Stuttgarts Stürmer Deniz Undav nach dem Abpfiff und war immer noch ganz außer sich. „Ich kann das Spiel beruhigen, wir können ganz entspannt 3:1 oder 4:1 gewinnen“, meinte der deutsche Nationalspieler und war froh, dass es am Ende gut für seine Mannschaft ausging.
Denn Nikolas Nartey traf in der 87. Minute zum knappen Sieg des VfB. Nach dem 4:1-Erfolg am vergangenen Wochenende bei Bayer 04 Leverkusen sicherte der Joker den Stuttgartern einen Top-Start ins Jahr 2026.

Frankfurt bleibt nach nur einem Erfolg aus den vergangenen sechs Partien auf Rang sieben. Zudem musste Winter-Neuzugang Younes Ebnoutalib angeschlagen vom Platz. Bei dem Stürmer sehe es „nicht ganz so gut aus“, sagte Trainer Dino Toppmöller. „Wir hoffen das Beste.“
Frankfurts Rasmus Kristensen (5.) traf zum 1:0 für die Gäste. Ermin Demirovic nach einem Fehler von Eintracht-Torwart Kaua Santos (27.) und Undav (35.) drehten für den VfB das Spiel. Ayoube Amaimouni-Echghouyab (80.) glich für die Eintracht zum 2:2 aus. Doch Nartey (87.) entschied mit seinem Premieren-Treffer in der Bundesliga die Begegnung.
Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche ärgerte sich. „Es ist total nervig“, sagte er. „Wir haben die Tore wieder zu einfach bekommen.“ Die Frankfurter haben in 17 Spielen bereits 36 Gegentreffer kassiert. „Das ist natürlich zu viel“, räumte auch Mittelfeldspieler Ellyes Shkiri ein. „Wir müssen das korrigieren, wir müssen arbeiten.“
Dortmund gewinnt klar, aber glanzlos
Borussia Dortmund festigte zum Ende der Hinrunde Platz zwei hinter den Bayern. Das Team von Trainer Niko Kovac bezwang Werder Bremen am Ende deutlich, wenn auch glanzlos mit 3:0 und bleibt in der Liga im eigenen Stadion ohne Niederlage. Dazu beendete Torjäger Serhou Guirassy seinen Negativlauf: Erstmals seit Ende Oktober traf der Stürmer wieder in Bundesliga.

„Es ist wichtig, dass er getroffen hat – nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für die Mannschaft“, sagte Kovac. Nationalspieler Nico Schlotterbeck glaubt, dass bei seinem Dortmunder Vereinskollegen nun „der Knoten geplatzt ist. Wir werden nun den Stürmer sehen, den wir kennen. Man merkt es auch, dass ein bisschen was von ihm abgefallen ist“.
Guirassy machte den 3:0-Endstand perfekt (83.). Zuvor hatten bereits Schlotterbeck per Kopf (11.) und Marcel Sabitzer (76.) getroffen. Bremen wartet dagegen seit sechs Partien auf einen Sieg und muss in der Tabelle weiter nach unten schauen.
Mainz gibt die „rote Laterne“ an Heidenheim ab
Das gilt auch für die Mannschaft des 1. FC Heidenheim. Durch die 1:2-Niederlage im Kellerduell beim bisherigen Schlusslicht FSV Mainz 05 rutschten die Heidenheimer ans Tabellenende ab. Silvan Widmer (30.) und Nationalspieler Nadiem Amiri (49.) sorgten mit ihren Toren für die ersten drei Punkte der Mainzer seit dem 20. September 2025.

Unter Trainer Urs Fischer blieb Mainz nach zuvor drei Unentschieden auch im vierten Bundesliga-Match ungeschlagen. Heidenheims Stefan Schimmer gelang lediglich der Anschlusstreffer zum 1:2 (60.). „Wir sind verdient Letzter, das hat man heute auch gesehen“, sagte Trainer Frank Schmidt. „Wenn wir die Fehler nicht abstellen, wird es verdammt schwer.“
Ergebnisse und Torschützen des 17. Spieltags:
Donnerstag, 15.01.2026
FC Augsburg – 1. FC Union Berlin -:- (Anstoß 20.30 Uhr)
Mittwoch, 14.01.2026
VfL Wolfsburg – FC St. Pauli 2:1 (1:1)
Tore: 1:0 Eriksen (25./Handelfmeter), 1:1 Smith (40.), 2:1 Pejcinovic (88.)
TSG 1899 Hoffenheim – Bor. Mönchengladbach 5:1 (4:0)
Tore: 1:0 Kramaric (22./Foulelfmeter), 2:0 Lemperle (24.), 3:0 Kramaric (45.+1), 4:0 Kramaric (45.+4), 4:1 Machino (69.), 5:1 Moerstedt (77.)
1. FC Köln – Bayern München 1:3 (1:1)
Tore: 1:0 Maina (41.), 1:1 Gnabry (45.+5), 1:2 Kim (71.), 1:3 Karl (84.)
RB Leipzig – SC Freiburg 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 W. Orban (53.), 2:0 Romulo (56.)
Dienstag, 13.01.2026
Borussia Dortmund – Werder Bremen 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 N. Schlotterbeck (11.), 2:0 Sabitzer (76.), 3:0 Guirassy (83.)
FSV Mainz 05 – 1. FC Heidenheim 2:1 (1:0)
Tore: 1:0 Widmer (30.), 2:0 Amiri (49.), 2:1 Schimmer (60.)
VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt 3:2 (2:1)
Tore: 0:1 Kristensen (5.), 1:1 Demirovic (27.), 2:1 Undav (35.), 2:2 Amaimouni-Echghouyab (80.), 3:2 Nartey (87.)
Hamburger SV – Bayer 04 Leverkusen -:- (abgesagt)