Mutmaßlicher Spion für Belarus in Polen festgenommen
In Polen ist ein mutmaßlicher Spion aus Belarus festgenommen worden, der auch in Deutschland und Litauen aktiv gewesen sein soll. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, geht der polnische Inlandsgeheimdienst ABW davon aus, dass der Mann für den belarussischen Militärgeheimdienst arbeitete. Die Ermittlungen wurden demnach in enger Zusammenarbeit mit deutschen und litauischen Sicherheitsbehörden geführt.
Im Fokus der Untersuchungen stehen mutmaßliche Spionageaktivitäten zwischen Juni 2024 und Februar 2026 in Polen, Deutschland und Litauen. Der Beschuldigte Pawlow T. soll in diesem Zeitraum systematisch militärisch relevante Einrichtungen ausgespäht haben. Ausgekundschaftet haben soll er laut Behörden „Einrichtungen kritischer Infrastruktur und wichtige Verteidigungsstandorte der Republik Polen und des NATO-Bündnisses“.
In Deutschland konzentrierten sich seine Ausspähversuche offenbar auf Objekte im Norden des Landes. Dort hielt er sich nach bisherigen Erkenntnissen lediglich für einige Tage auf.
Polen wirft Russland Sabotage und Spionage vor
Pawlow T. kommt jetzt für zunächst drei Monate in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor vier Jahren wirft Polen Russland und dessen Verbündetem Belarus wiederholt Sabotage und Spionage vor. Nach Angaben des polnischen Geheimdienstes wurden seit Kriegsbeginn 55 Personen festgenommen, die verdächtigt werden, im Auftrag Russlands gehandelt zu haben. Eine Stellungnahme der belarussischen Botschaft in Warschau liegt bislang nicht vor.
Mutmaßliche Sabotagepläne gegen Güterverkehr in Deutschland
Unterdessen beschäftigt ein weiterer mutmaßlicher Sabotagefall die deutsche Justiz. Vor dem Oberlandesgericht Stuttgart soll ab dem 17. März geklärt werden, ob sich drei Ukrainer im Auftrag Russlands zu Anschlägen auf den Gütertransport in Deutschland bereiterklärt haben.
Laut Anklage sollten die Männer im Alter von 22, 25 und 30 Jahren Pakete mit Spreng- oder Brandvorrichtungen versenden, die während des Transports in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine gezündet worden wären. Zunächst seien jedoch lediglich Pakete mit GPS-Trackern von Köln in Richtung Ukraine verschickt worden, um Versandrouten und Transportabläufe auszuspähen, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sich zur schweren Brandstiftung verabredet und als Agenten zu Sabotagezwecken gearbeitet zu haben. Das Trio wurde im Mai 2025 in Köln, in der süddeutschen Stadt Konstanz sowie in der Schweiz festgenommen. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft.