14. Juli 2026

Iran-Krieg: Neue Angriffswelle der USA – Teheran reagiert

Von Admins

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in einer vierten Angriffswelle seit vergangenem Mittwoch zahlreiche Objekte in Iran mit Präzisionsmunition zerstört. Ziel der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Angriffe sei es gewesen, die Fähigkeit des Irans einzuschränken, Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu attackieren, teilte das zuständige US-Regionalkommando CENTCOM mit. Im Visier der US-Streitkräfte standen laut CENTCOM Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen, Drohnenstandorte und kleinere Boote.

US-Militär verwendet erstmals schwimmende Drohnen

Neben Kampfflugzeugen und Flugdrohnen wurden nach Angaben des US-Regionalkommandos auch erstmals schwimmende Drohnen eingesetzt. Dazu veröffentlichte das Militär ein Video. Zu sehen sind von einem Flugzeugträger abhebende Kampfjets sowie Marschflugkörper, die von einem oder mehreren Kriegsschiffen abgefeuert werden. Außerdem sollen die Aufnahmen den Einschlag mehrerer Geschosse am Zielort zeigen.

Die Straße von Hormus habe essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel und werde nicht von Iran kontrolliert, betonte CENTCOM nochmals. Die US-Streitkräfte stünden bereit, um die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen – auch gegen „die ungerechtfertigte Aggression des Irans“.

Am Sonntag hatte die iranische Staatsführung die für den weltweiten Handel mit Öl, Flüssiggas und weiteren Gütern wichtige Wasserstraße bis auf Weiteres für gesperrt erklärt. Doch nach Darstellung der US-Armee fahren weiterhin Handelsschiffe durch die Meerenge.

Das Außenministerium in Teheran teilte an diesem Montag mit, Iran versuche, sich mit der Führung in Oman auf einen gemeinsamen Durchfahrmechanismus für die Straße von Hormus zu einigen. Doch der Druck der USA auf Oman behindere diese Bemühungen.

Ziele im Süden und Westen Irans

Iranische Staatsmedien berichteten, die US-Angriffe in der Nacht zum Montag hätten sich gegen Gebiete im Süden und Westen des Landes gerichtet. Zu den Zielen gehörten demnach die Insel Gheschm in der Straße von Hormus, die Stadt Bandar Abbas am Persischen Golf sowie die an Irak grenzende Provinz Chuzestan. Bei einem US-Angriff auf die Stadt Mahschahr in Chuzestan im Südwesten Irans sei ein Mensch getötet worden, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

Das iranische Außenministerium warf den USA vor, mit seinen jüngsten Angriffen alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichtegemacht zu haben. Auf die iranischen Attacken auf internationale Handelsschiffe in den vergangenen Tagen in der Straße von Hormus ging das Ministerium nicht ein.

Iran Teheran| Soldaten mit Gewehr in der Hand stehen in Reihen hintereinander (21.09.2024)
Militärparade der iranischen Revolutionsgarden (Archivbild) Bild: Vahid Salemi/AP Photo/picture alliance

Die iranischen Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben als Reaktion wieder US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain an. Die Agentur IRNA zitierte entsprechende Erklärungen der Elitestreitmacht. Danach attackierten die Revolutionsgarden einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait. Zudem seien Radarsysteme in Oman zerstört worden.

Die arabischen Länder in der Region bestätigten Angriffe aus Iran. Man habe feindliche Projektile abgewehrt.