31. März 2026

Irans Ölquellen im Visier von US-Präsident Trump

Von Admins

US-Präsident Donald Trump würde nach eigenen Angaben gerne die Kontrolle über Irans Öl übernehmen. „Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen“, sagte der Republikaner in einem Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times“. Nähere Angaben machte er jedoch nicht.

Warnung vor großen Risiken

Klar ist: Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden. Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären.

Am Wochenende hatte die „Washington Post“ berichtet, die US-Regierung bereite die Entsendung von Bodentruppen in den Iran vor. Das US-Verteidigungsministerium habe weit fortgeschrittene Pläne für eine wochenlange Bodenoffensive ausgearbeitet. Demnach umfassen die Pläne des Pentagon Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus. Ein vollständiger Einmarsch sei jedoch nicht Teil der Planungen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte.

Trump sieht Gespräche auf gutem Weg

Trotz seiner Drohungen, die iranische Ölförderung einzunehmen, betonte Trump im Interview mit der „Financial Times“, dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran über pakistanische Vermittler gut vorankämen. Trump hat dem Iran eine neue Frist gesetzt, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren – andernfalls drohen US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Die Frist läuft am 7. April ab.

USA West Palm Beach 2026 | Donald Trump steigt in die Air Force One
Donald Trump, hier beim Einstieg in die Präsidentenmaschine Air Force One (29.3.26)Bild: Mark Schiefelbein/AP Photo/dpa/picture alliance

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

Golfstaaten melden neue Angriffe

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat Israel erneut mit Drohnen angegriffen. Es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden, teilte die israelische Armee mit. Betroffen von den Kriegshandlungen sind nach wie vor auch mehrere Golfstaaten. Kuwait meldete in der Nacht Schäden an einem Stromkraftwerk und einer Entsalzungsanlage.

Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing fünf ballistische Raketen ab, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate seien wieder unter Beschuss durch Drohnen und Raketen geraten, berichtet der arabische Fernsehsender Al Jazeera.

Spanien sperrt Luftraum

Die spanische Regierung hat inzwischen den Luftraum des Landes für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran in Verbindung stehen. Diese Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen“ erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo.

Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in Großbritannien oder Frankreich aus operieren würden, berichten die Zeitung „El País“ und die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Spanien zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern der militärischen Operationen der USA und Israels.

Ölpreise klettern wieder

Die Ölpreise sind unterdessen zum Start in die fünfte Handelswoche nach dem Beginn des Iran-Kriegs gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg in der Nacht auf Montag um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar. Auch die Preise anderer Ölsorten zogen an. Der Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt.

haz/pg/as (dpa, rtr, afp)