Harte Strafen und Sperren nach Skandal-Finale bei Afrika-Cup
Das Finale des Afrika-Cups in Marokko zwischen Gastgeber Marokko und dem Senegal war unvergesslich. Allerdings nicht, weil dort außergewöhnliche Fußballkunst geboten wurde, sondern weil das Spiel nach zwei zweifelhaften Entscheidungen des Schiedsrichters komplett aus dem Ruder lief.
Es kam zu Tumulten auf und neben dem Platz, die halbe Mannschaft des Senegal verschwand aus Protest in der Kabine, und erst nach einer mehr als zehnminütigen Unterbrechung konnte es weitergehen.
Fünf Spiele Sperre für Senegal-Trainer Thiaw
Dass das Verhalten vieler Beteiligter Konsequenzen haben würde, war schon damals klar. Nun hat der afrikanische Fußball-Verband CAF Strafen in Millionenhöhe und zahlreiche Sperren ausgesprochen.
Pape Thiaw, Trainer des Siegers Senegal, wurde wegen „unsportlichen Verhaltens“ mit einer Sperre von fünf Spielen und einer Geldstrafe von 100.000 US-Dollar belegt.

Er hatte seine Spieler angewiesen, den Stadion-Innenraum zu verlassen, als es spät einen umstrittenen Elfmeter für Gastgeber Marokko gab. Insgesamt wurde der senegalesische Verband wegen diverser Vergehen zu 615.000 Dollar Strafe verurteilt. Zwei weitere Spieler wurden gesperrt.
Auf die im Sommer stattfindende Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada haben die Strafen allerdings keine Auswirkung, da sie sich nur auf CAF-Spiele beziehen.
Hohe Strafen gegen Marokko nach Handtuch-Klau
Auch der marokkanische Verband muss insgesamt 315.000 Dollar Strafe zahlen. Ein Großteil der Summe entfällt auf das unsportliche Verhalten der Balljungen.
Diese hatten Senegals Torwart Edouard Mendy bei regnerischem Wetter mehrfach das Handtuch geklaut und sich am Ende sogar erbitterte Ringkämpfe um das Handtuch mit dem Ersatztorwart geliefert.
Über das gesamte Turnier hinweg hatten Balljungen, Stewards und sogar Marokkos Kapitän Achraf Hakimi und sein Mitspieler Ismaël Saibari den gegnerischen Torhütern das Handtuch entwendet und hinter der Werbebande verschwinden lassen.
Saibari, der am Mittwoch in der Champions League für Eindhoven gegen Bayern München getroffen hatte, wurde für drei Spiele gesperrt. Zusätzlich muss der 25-Jährige 100.000 Dollar Strafe zahlen. Hakimi wurde zwei Spiele gesperrt. Beim früheren Dortmunder ist dabei eine Begegnung für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
Antrag auf Disqualifikation abgelehnt
Marokkos Antrag, dem Senegal den Sieg abzuerkennen, lehnte die CAF ab. Der Gastgeber hatte argumentiert, dass der Senegal mit dem Verlassen des Platzes das Spiel aufgegeben habe.

Dem folgte der Verband nicht, da mit der Rückkehr der senegalesischen Spieler das Match fortgesetzt und beendet werden konnte. Dadurch seien die Kriterien eines Abbruchs nicht erfüllt.
In der Verlängerung hatte Pape Gueye das 1:0-Siegtor für den Senegal erzielt, nachdem Brahim Diaz von Real Madrid den umstrittenen Elfmeter auf klägliche Art und Weise verschossen hatte.