16. März 2026

Trump drängt auf Hilfe bei Sicherung der Straße von Hormus

Von Admins

US-Präsident Donald Trump hat militärische Unterstützung mehrerer Länder für eine gemeinsame Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt, blieb dabei jedoch vage. „Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten“, schrieb er auf der Plattform Truth Social.

Ob sich Staaten bereits zur Entsendung von Kriegsschiffen bereit erklärt haben, ist bislang unklar. Trump äußerte die Hoffnung, dass unter anderem China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien Schiffe in die für den globalen Ölexport zentrale Meerenge entsenden könnten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise deutlich steigen lässt.

USA drohen mit neuen Angriffen auf Ölinsel Charg

Parallel dazu drohte Trump mit weiteren Angriffen auf die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg. In einem Telefoninterview mit dem Sender NBC News sagte er, nach den jüngsten Angriffen könne es weitere Militärschläge geben. Das US-Militär hatte am Samstag nach eigenen Angaben auf der Insel militärische Anlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Meerenge zu bewegen.

Satellitenaufnahme des wichtigsten iranischen Öl-Exportterminals auf der Insel Charg
Luftaufnahme der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel ChargBild: European Space Agency/AFP

Nach Angaben der US-Armee wurden dabei mehr als 90 militärische Ziele getroffen, ohne die Ölinfrastruktur zu beschädigen. Trump erklärte gegenüber NBC News, die Angriffe hätten die Insel Charg „vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß“.

Teheran spottet über US-Vorstoß

Aus dem Iran kam umgehend Spott. Der Marinekommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, schrieb auf der Plattform X: „Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung.“ Weiter schrieb der iranische Kommandeur: „Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht“.

Handelsschiffe vor der Küste während des Iran-Krieges
Handelsschiffe stecken wegen der Sperrung der Straße von Hormus vor Dubai festBild: AFP/Getty Images

Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi äußerte sich auf X kritisch. „Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus“, schrieb er.

Iran greift weiter Nachbarstaaten an

Währenddessen kam es in mehreren Golfstaaten zu weiteren iranischen Angriffen. Das saudische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von sechs iranischen ballistischen Raketen im Gouvernement al-Chardsch. Angaben zu möglichen Verletzten oder Schäden lagen zunächst nicht vor. In der Region befindet sich auch der von den USA genutzte Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan Airbase, der seit Beginn des Iran-Kriegs wiederholt Ziel iranischer Geschosse war.

Auch Kuwait meldete einen Angriff: Die zivile Luftfahrtbehörde teilte mit, der internationale Flughafen Kuwait sei am Abend Ziel mehrerer Drohnenattacken geworden. Dabei sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden, verletzt worden sei jedoch niemand.

Brand in einer Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem iranischen Drohnenangriff
Brand in einer Ölanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach einem iranischen DrohnenangriffBild: Altaf Qadri/AP Photo/picture alliance

Katars Verteidigungsministerium erklärte auf X, das Land sei im Laufe des Tages Angriffen mit vier ballistischen Raketen und mehreren Drohnen aus dem Iran ausgesetzt gewesen. Alle Geschosse seien abgefangen worden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten derzeit als der von iranischen Angriffen am stärksten betroffene Golfstaat. Der Präsidentenberater der Emirate, Anwar Gargasch, erklärte in der Nacht, sein Land habe zwar das Recht, sich gegen die „terroristische Aggression“ zu verteidigen. Zugleich betonte er, man wolle weiterhin Vernunft und Zurückhaltung walten lassen. Die Emirate suchten trotz der Angriffe nach einem Ausweg aus der Krise, sowohl für den Iran als auch für die gesamte Region.

Die US-Botschaft im Irak rief unterdessen amerikanische Staatsbürger dazu auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgte, nachdem Medienberichten zufolge ein Flugabwehrsystem an der Botschaft von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbündete Milizen haben seit Beginn des Iran-Krieges mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht. „US-Bürger sollten den Irak jetzt verlassen“, heißt es in der Warnung der Botschaft in Bagdad.

Trump: Ich will kein Abkommen schließen

Trump machte zugleich deutlich, dass er derzeit nicht bereit sei, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran zu schließen. „Der Iran will ein Abkommen schließen, und ich will es nicht schließen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind“, zitierte ihn NBC News. Auf die Frage, welche Bedingungen erfüllt sein müssten, antwortete Trump laut Sender: „Das möchte ich Ihnen nicht sagen.“

Er bestätigte jedoch, dass eine Verpflichtung des Irans, sämtliche nuklearen Ambitionen aufzugeben, Teil eines möglichen Abkommens sein würde. Öffentlich haben sich ranghohe iranische Vertreter bislang nicht dazu geäußert, ob Teheran zu Verhandlungen über ein Kriegsende bereit ist.

Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah

Der Iran griff in der Nacht zudem erneut Israel mit Raketen an. Nach Angaben des israelischen Militärs kam es im Zentrum des Landes zu einem Einschlag. Möglicherweise handele es sich um Trümmerteile eines abgefangenen Geschosses, berichtete die „Times of Israel“. Zwei Menschen wurden laut Rettungsdienst leicht verletzt.

Feuerwehreinsatz nach Raketeneinschlag in Israel
Feuerwehreinsatz nach Raketeneinschlag in IsraelBild: Jack Guez/AFP/Getty Images

Parallel dazu setzt Israel seine Bodenoperationen im Südlibanon gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz fort. Die Armee teilte mit, Dutzende Milizionäre seien getötet worden. Außerdem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Das Nordkommando bereite sich darauf vor, in der kommenden Woche weitere Truppen aufzunehmen.

Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ plant Israel, das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einzunehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen.

pgr/as (dpa, afp)